{"id":2467,"date":"2021-04-19T18:52:21","date_gmt":"2021-04-19T16:52:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/dini-ag-blog\/?p=2467"},"modified":"2023-10-19T14:25:44","modified_gmt":"2023-10-19T12:25:44","slug":"systemwahl-abschluss-und-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dini.de\/EPub_FIS\/2021\/04\/19\/systemwahl-abschluss-und-ausblick\/","title":{"rendered":"Welches System f\u00fcr welchen Zweck? Abschluss und Ausblick"},"content":{"rendered":"<p>Vor gut drei Jahren, im\u00a0<a class=\"external-link\" href=\"https:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/dini-ag-blog\/2018\/02\/15\/welches-system-fuer-welchen-zweck-neue-blog-serie-der-ag-fis\/\" rel=\"nofollow\">Februar 2018<\/a>\u00a0hatte die DINI AG Forschungsinformationssysteme\u00a0Praktiker:innen gebeten, im Blog ihre Projekte vorzustellen und zu berichten, was den Ausschlag f\u00fcr die Auswahl der jeweiligen L\u00f6sung gegeben hat. Mit insgesamt zw\u00f6lf Beitr\u00e4gen ist daraufhin\u00a0<a class=\"external-link\" href=\"https:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/dini-ag-blog\/category\/systemwahl\/\" rel=\"nofollow\">in der Reihe &#8222;Systemwahl&#8220;<\/a>\u00a0eine eigene Markt\u00fcbersicht entstanden, die sowohl Eigenentwicklungen als auch propriet\u00e4re und Open-Source-Systeme umfasst.<\/p>\n<p>Den Ansto\u00df f\u00fcr die Blogserie\u00a0hatten Befunde im Positionspapier der AG\u00a0gegeben (<a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.14828\" rel=\"nofollow\">http:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.14828<\/a>, S. 26 ff.), das 2015 ver\u00f6ffentlicht wurde. Zu dieser Zeit hatten wir eine Systemlandschaft vorgefunden, die f\u00fcr Zwecke der Forschungsberichterstattung nicht sehr viel Auswahl bot. Einf\u00fchrungsprojekte f\u00fcr Forschungsinformationssysteme (FIS) gestalteten sich m\u00fchselig, weil es an standardisierten<span class=\"inline-comment-marker\" data-ref=\"154eb836-a53a-4cf1-89e0-b9340f9d0857\">\u00a0Anforderungskatalogen und einheitlichen Referenzmodellen f\u00fcr die Datenerfassung fehlte<\/span>. Das \u00e4nderte sich mit dem 2016 ver\u00f6ffentlichten Empfehlungen des Wissenschaftsrats f\u00fcr einen Kerndatensatz Forschung, dessen Spezifikation zu deutlich standardisierteren Anforderungen an die FIS-Anbieter f\u00fchrte und das Interesse an institutionellen Dokumentations- und Berichtssystemen erneuerte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Seit 2015 hat sich das Spektrum der Anbieter graduell ver\u00e4ndert. Neben den kommerziellen Produkten wie Pure (Elsevier), Converis (Clarivate Analytics), Symplectic Elements (Symplectic\/Digital Science) oder FACTScience (QLEO)\u00a0fanden die Open-Source-Systeme DSpace-CRIS und VIVO zunehmend Interessenten, allerdings mit erheblichem Entwicklungsbedarf, was die Datenausgabe und Berichtsfunktionen betraf. Die Blogserie bietet zudem Einblick in Eigenentwicklungen von vier Einrichtungen (Karlsruher Institut f\u00fcr Technolgie KIT, Universit\u00e4t Leipzig, Leibniz-Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften (GESIS) sowie Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) und zwei neue Produkte am Markt (UniversisS, HISinONE).<\/p>\n<p>Was l\u00e4sst sich nun als Res\u00fcmee aus den Beitr\u00e4gen ablesen? Wo liegen die Trends in der Forschungsberichterstattung und den zugeh\u00f6rigen Systemen? Gibt es neue Standardisierungen oder gar neue Zugpferde am Horizont?<\/p>\n<p>Wie zu erwarten pr\u00e4sentiert sich die Systemlandschaft der Forschungsinformationssysteme und Forschungsprofildiensten weiterhin heterogen. Kein Kenner der bundesdeutschen Hochschullandschaft h\u00e4tte etwas anderes erwartet. Aber so unterschiedlich sich die einzelnen Standorte in ihren Werkstattberichten auch darstellen, so einheitlich werden in allen Beitr\u00e4gen doch die Bedarfe und W\u00fcnsche an IT-gest\u00fctzten Infrastrukturen f\u00fcr die Forschungsberichterstattung benannt: Alle w\u00fcnschen sich integrierte L\u00f6sungen und ein &#8222;Weg von Excel&#8220; hin zu <span class=\"inline-comment-marker\" data-ref=\"50219a33-23eb-4d42-93f4-39978c091e19\">datenbankgest\u00fctzten Er<\/span><span class=\"inline-comment-marker\" data-ref=\"50219a33-23eb-4d42-93f4-39978c091e19\">fassungs- und Berichtssystemen<\/span>. Aufmerksame Lesende erahnen dabei die Sollbruchstellen, die einer Quadratur des Kreises gleichkommen: Die Systeme sollen bitte sch\u00f6n ohne gro\u00dfe Einf\u00fchrungs- und Implementierungsaufwand funktionieren, sie sollen unkompliziert konfigurierbar sein, sich flexibel in lokale Gegebenheiten einpassen und m\u00f6glichst g\u00fcnstig in der Anschaffung sein. Gleichzeitig erkennt man anhand der Zeitangaben in den Beitr\u00e4gen den zeitintensiven und teils langwierigen Weg, auf den sich die einzelnen Standorte mit ihren FIS-Projekten begeben. Auf den ersten Blick klingt das abschreckend, aber dahinter verbergen sich eben auch Organisationsentwicklungsprozesse, die die Standorte im Kern weiter voran bringen.\u00a0Prozessfragen stellen sich unabh\u00e4ngig von der Frage, ob sich eine Einrichtung f\u00fcr ein kommerzielles Produkt oder eine Eigenentwicklung entscheidet, sie werden bei der Einf\u00fchrung anderer Informationssysteme in ganz \u00e4hnlicher Weise durchlebt.<\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge verdeutlichen noch einen weiteren Trend, der auch in andere Bereiche der Hochschulverwaltung Einzug gehalten hat: Dies betrifft die Einbeziehung von Forschenden und Lehrenden in Workflows. Sie verf\u00fcgen \u00fcber relevante Kontextinformationen f\u00fcr die sich zunehmend ausdifferenzierende Forschungsberichterstattung. In den Einrichtungen bilden sich folgerichtig arbeitsteilige Prozesse zwischen Verwaltung, Bibliothek und Forschenden. Dazu sind nutzerfreundliche Tools und &#8222;<span class=\"inline-comment-marker\" data-ref=\"88e0f3e3-11b0-4731-843d-eb06bf90ea2c\">mobile&#8220;,<\/span> also transferierbare Datens\u00e4tze unerl\u00e4sslich &#8211; denn wer verwendet schon gerne seine wertvolle Forschungs- und Lehrzeit mit wiederholten Dateneingaben. <span class=\"inline-comment-marker\" data-ref=\"0505f990-5232-4c5e-8a02-b80f4430baae\">Das 2019 auf dem Markt erschienene Forschungssegment des Produkts HISinONE der HIS eG bietet eine elegante Br\u00fccke zu weiteren verwaltungsinternen Prozessen wie Campusmanagement, Studierendenverwaltung und Forschungsinformationen. Damit er\u00f6ffnen sich f\u00fcr Hochschulen neue Wege des integrierten Informationsmanagements f\u00fcr Forschung und Lehre. <\/span>Was weiterhin fehlt, sind Exportformate f\u00fcr den Transfer von Informationen zwischen den Systemen verschiedener Standorte. Die Forderung &#8222;Forschende sind mobil &#8211; auch ihre Profile m\u00fcssen es sein&#8220;, die wir 2015 formulierten, ist lange noch nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Der 2016 ver\u00f6ffentlichte Standard f\u00fcr die Forschungsberichterstattung, der Kerndatensatz Forschung (KDSF-Standard), scheint in den Beitr\u00e4gen der Serie nur punktuell auf. Eine\u00a0<a class=\"external-link\" href=\"https:\/\/kerndatensatz-forschung.de\/index.php?id=monitoring\" rel=\"nofollow\">Monitoring-Befragung des KDSF-Helpdesk\u00a0<\/a>aus dem Jahr 2019 zeigt aber, dass in vielen F\u00e4llen die Entscheidung f\u00fcr die Einf\u00fchrung des KDSF mit der Entscheidungsphase f\u00fcr ein FIS korrelierte: in 85 % der F\u00e4lle befand sich ein FIS in Planung oder im Aufbau, w\u00e4hrend nur in 9 % der F\u00e4lle ein FIS bereits betrieben wurde. Bei den Forschungseinrichtungen und Hochschulen, die noch keine Positionierung hinsichtlich der institutionellen Einf\u00fchrung des KDSF vorgenommen haben, kann dies in Teilen mit bereits etablierten Systemen und Prozessen zusammenh\u00e4ngen, die man nicht ohne weiteres ab\u00e4ndern kann oder m\u00f6chte: Unter diesen Einrichtungen befindet sich in 60 % der F\u00e4lle ein FIS in Planung oder Aufbau, w\u00e4hrend 26 % bereits ein solches betreiben. FIS-Projekte ver\u00e4ndern also nicht nur die Zusammenarbeit und Einbindung verschiedener Akteure innerhalb der Forschungseinrichtung oder Hochschule. Sie haben auch Auswirkungen auf die Nutzung des Kerndatensatz Forschung als Berichtsstandard im deutschen Wissenschaftssystem. Der KDSF soll zu einer h\u00f6heren Qualit\u00e4t, Belastbarkeit und Vergleichbarkeit der berichteten Forschungsinformationen \u00fcber Einrichtungen hinweg f\u00fchren und hat den Anspruch, auch systemunabh\u00e4ngig zu funktionieren.\u00a0Es gilt daher, bei der Ausdifferenzierung und Vielfalt der technischen Systeme jeweils auch auf die Umsetzbarkeit und damit auch die Nutzbarkeit des KDSF-Standards\u00a0<span class=\"inline-comment-marker\" data-ref=\"ec72e609-e216-4322-8d51-747d698b6bdb\">zu achten &#8211; auch bei den bereits laufenden Forschungsinformationssystemen<\/span>.<\/p>\n<p>Mit der Blogserie zur Systemwahl hat die DINI-AG Forschungsinformationssysteme eine \u00dcbersicht von Fallbeispielen geschaffen, die vielf\u00e4ltige Orientierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr interessierte Einrichtungen bietet. Neue FIS-L\u00f6sungen sind in der Entwicklung (bspw. die cloudgest\u00fctzte L\u00f6sung Esploro), und auch eine neue Version des KDSF seht in den Startl\u00f6chern. Dennoch m\u00f6chten wir die Serie an dieser Stelle zumindest vorl\u00e4ufig beenden. Als positives Fazit ist zu konstatieren, dass eine Diversit\u00e4t an Forschungsinformationssystemen vorhanden ist und gute Chance hat, erhalten zu bleiben. Andere Forderungen aus dem Positionspapier von 2015 sind indes nach wie vor offen. Systemunabh\u00e4ngig gilt es, eine gute Praxis der Forschungsberichterstattung und Datenhaltung weiterzuentwickeln. Die DINI AG Forschungsinformationssysteme wird sich hier weiter engagieren.<\/p>\n<p>Unter dem #Systemwahl finden sich alle Beitr\u00e4ge noch einmal zum Nachlesen: <a class=\"external-link\" href=\"https:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/dini-ag-blog\/category\/systemwahl\/\" rel=\"nofollow\">Systemwahl \u2013 FIS &amp; E-Pub (tib.eu)<\/a><\/p>\n<h1>Autorinnen<\/h1>\n<p>Dieser Beitrag ist verfasst von Barbara Ebert, Regine Tobias und Sophie Biesenbender (DINI AG Forschungsinformationssysteme &#8211; AG FIS)<span lang=\"de\">.<\/span><\/p>\n<h1>Zitiervorschlag<\/h1>\n<p>Ebert, Barbara, Regine Tobias, and Sophie Biesenbender. \u201eWelches System F\u00fcr Welchen Zweck? Abschluss Und Ausblick.\u201d <em>Blog der DINI AGs FIS &amp; EPUB<\/em>, 2021. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20210419\">https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20210419<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Diese<\/span>r Beitrag <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ausgenommen<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Zitate<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">und<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">anderweitig <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">gekennzeichnete<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Teile<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ist<\/span> lizenziert <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">unter<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">der<\/span> <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz<\/a> (<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">CC<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">BY<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">4.0<\/span>).<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor gut drei Jahren, im\u00a0Februar 2018\u00a0hatte die DINI AG Forschungsinformationssysteme\u00a0Praktiker:innen gebeten, im Blog ihre Projekte vorzustellen und zu berichten, was den Ausschlag f\u00fcr die Auswahl der jeweiligen L\u00f6sung gegeben hat. 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