{"id":277,"date":"2018-06-18T15:03:33","date_gmt":"2018-06-18T13:03:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/fis\/?p=277"},"modified":"2023-10-19T14:26:48","modified_gmt":"2023-10-19T12:26:48","slug":"forschungsinformationssystemfraunhofer-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dini.de\/EPub_FIS\/2018\/06\/18\/forschungsinformationssystemfraunhofer-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Forschungsinformationssystem@Fraunhofer-Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<h1>Projekthintergrund<\/h1>\n<p>Fraunhofer-weit gibt es seit langem etablierte Prozesse und Kennzahlensysteme, die die missionsbedingte und f\u00f6rderbedingte Systematik des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fraunhofer-Gesellschaft#Fraunhofer-Modell\">\u00bbFraunhofer Modells\u00ab<\/a> kontrollieren. Im Rahmen der Corporate Responsibility wird dabei zunehmend auch die Sicherung der wissenschaftlichen Integrit\u00e4t und Exzellenz adressiert.<\/p>\n<p>Diese Dimension der wissenschaftlichen Qualit\u00e4t und Exzellenz wurde bisher jedoch nicht im Rahmen von Datenerhebungen und Kennzahlensystemen betrachtet.<br \/>\nDaher wurde in der Fraunhofer-Gesellschaft ein Kennzahlen-basiertes Monitoring basierend auf verschiedenen Kennzahlen aus den Bereichen wissenschaftlicher Output, wissenschaftliche Qualifikation und wissenschaftliche Anerkennung und Vernetzung eingef\u00fchrt, das auch dazu dienen soll, einen Fraunhofer-internen Diskurs zum Thema wissenschaftliches Arbeiten und wissenschaftliche Exzellenz anzuregen und eine verl\u00e4ssliche Datenbasis f\u00fcr interne Zwecke, aber teilweise auch f\u00fcr den Au\u00dfenraum zu schaffen (<a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/de\/ueber-fraunhofer\/corporate-responsibility\/forschung-und-entwicklung\/wissenschaftliche-integritaet.html\">Monitoringbericht im Rahmen des Pakts f\u00fcr Innovation und Forschung<\/a>).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In einer zweij\u00e4hrigen Evaluierungsphase zw. 2013 und 2015 wurde die praktische Umsetzung sowohl der Datenerhebung bei den Fraunhofer-Instituten, wie auch des anschlie\u00dfenden Auswertungsprozesses getestet. Dabei erfolgte die Datenerhebung der Institutsdaten mittels Excel-Formularen.<br \/>\nDann folgte der Beschluss, aus der Evaluierungsphase in einen verstetigten Prozess \u00fcberzugehen und dabei die Erhebung\/Erfassung der Institutsdaten mittels einer webbasierten Datenbankanwendung umzusetzen.<br \/>\nEnde 2015 wurde das Team Research Services &amp; Open Science (RSOS) am Fraunhofer IRB beauftragt, parallel zur \u00fcbergangsweisen Fortf\u00fchrung des bisherigen Erhebungsprozesses eine qualit\u00e4tsgesicherte und datenbankgest\u00fctzte Erhebung von Fraunhofer-Forschungskennzahlen (Wissenschaftsindikatoren) zu konzipieren, umzusetzen und im Regelbetrieb durchzuf\u00fchren. Dieser Projektauftrag beinhaltet die folgenden Teilaufgaben:<\/p>\n<ul>\n<li>Definition der Fraunhofer-spezifischen Anforderungen und Implementierung einer webbasierten Datenbankanwendung \u00bbFraunhofer-FIS\u00ab, die die Eingabe der ben\u00f6tigten Institutsdaten durch die Institute selbst erm\u00f6glicht (\u00bbFraunhofer-FIS\u00ab Entwicklung)<\/li>\n<li>Durchf\u00fchrung einer Pilotphase zu Testzwecken mit einer begrenzten Anzahl an Test- bzw. Pilotinstituten (\u00bbFraunhofer-FIS\u00ab Pilotphase)<\/li>\n<li>Parallel zur Entwicklung und Pilotphase die \u00dcbernahme der Erhebung der Wissenschaftsindikatoren und die dazu notwendigen Datenabfragen bei den Instituten (noch) \u00fcber Excel-Formulare bis zum Beginn des Regelbetriebs von \u00bbFraunhofer-FIS\u00ab (\u00dcbergangsbetrieb)<\/li>\n<li>Vorbereitung und Durchf\u00fchrung des Go-Live und anschlie\u00dfender Regelbetrieb des Systems (\u00bbFraunhofer-FIS\u00ab Regelbetrieb)<\/li>\n<\/ul>\n<h1>Softwareauswahl<\/h1>\n<p>Rahmenbedingungen f\u00fcr die Softwareauswahl waren in erster Linie der fest terminierte zeitliche Umsetzungsrahmen (2016\/2017 Marktsichtung, Vertragliches, Systemspezifizierung, Aufbau \u00bbFraunhofer-FIS\u00ab Versionen Alpha, Beta und 1.0 ; 2017\/2018 Pilotphase inkl. Auswertung und Nacharbeiten ; 2018\/2019 Go-Live und Regelbetrieb) und die vorhandenen Personalkapazit\u00e4ten (eine Teilzeitstelle \u00fcbergeordnete Projektkoordination, eine Telizeitstelle Support und Kommunikation mit den Instituten und eine Vollzeitstelle Datenerhebung\/Indikatorenberechnung und technische Umsetzung \u00bbFraunhofer-FIS\u00ab).<br \/>\nDer bereits klar umrissene Anforderungskatalog stand im Vordergrund, insbesondere auch die Notwendigkeit der technischen Abbildung der Fraunhofer-Organisationsstruktur im zuk\u00fcnftigen Erfassungstool und die M\u00f6glichkeit eines hierarchischen und arbeitsteiligen Erfassungs- und Kontrollworkflows.<\/p>\n<p>Die Marktrecherche bezog sich vor allem darauf, welches System soweit wie m\u00f6glich standardm\u00e4\u00dfig die Anforderungen erf\u00fcllt und inwieweit man durch Systemanpassungen die noch nicht erf\u00fcllten Anforderungen umsetzen kann. Bereits bei ersten Marktrecherchen wurde klar, dass eine Umsetzung mittels Open Source Software gro\u00dfe Vorteile hat (vor allem der finanzielle Aspekt, aber auch die \u201cUngebundenheit\u201d im Gegensatz zur (Anpassungs-)Abh\u00e4ngigkeit von einem kommerziellen Anbieter).<\/p>\n<p>Daher fiel die Wahl auf die Open Source Software DSpace-CRIS. Sie wird auf der <a href=\"https:\/\/wiki.duraspace.org\/display\/DSPACECRIS\/DSpace-CRIS+Home\">DuraSpace-Seite<\/a> beschrieben als \u201ethe first free open-source extension of DSpace for the Research Data and Information Management ever developed\u201c.<br \/>\nDSpace-CRIS bietet im Gegensatz zu DSpace, das als reine Repository-Software konzipiert ist, neben der M\u00f6glichkeit der Erfassung und dem Management von Publikationsdaten, standardm\u00e4\u00dfig auch die Entit\u00e4ten \u201eProjects\u201c, \u201eResearcher Pages\u201c (Normdatens\u00e4tze zu Personen) und \u201eOrganisational Units\u201c (Normdatens\u00e4tze zu Organisationen\/Einrichtungen). Zudem l\u00e4sst es die flexible Datenbankstruktur zu, mit vertretbarem Aufwand und vor allem ohne (Datenbank-)Programmierung, weitere ben\u00f6tigte Entit\u00e4ten zu erg\u00e4nzen.<br \/>\nBereits die Standard-\/Community-Version von DSpace-CRIS bietet die M\u00f6glichkeit mittels verschiedener Rollen und Berechtigungsstufen, einen hierarchischen Bearbeitungsworkflow mit Kontrollebenen zu definieren.<br \/>\nZudem bestand bei der Nutzung der Software DSpace-CRIS die M\u00f6glichkeit, im Rahmen eines projektbegleitenden Supportvertrags auf externe Beratungs- und Unterst\u00fctzungsleistungen durch einige, ma\u00dfgeblich an der DSpace-CRIS Entwicklung beteiligter Experten, zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nSo konnte einerseits eine steile Lernkurve innerhalb des eigenen Teams sichergestellt werden, andererseits aber auch nachhaltig und vorausschauend angepasst und erweitert werden, damit das Einspielen zuk\u00fcnftiger Software-Updates m\u00f6glichst komplikationslos erfolgen kann.<\/p>\n<h1>Implementierung und Anpassung von DSpace-CRIS<\/h1>\n<p>Der komplette Implementierungsprozess von \u00bbFraunhofer-FIS\u00ab bestand aus einer ersten Systemspezifizierung, der Implementierung der Versionen Alpha, Beta und 1.0, sowie jeweils einer anschlie\u00dfenden Test- und Korrekturphase.<br \/>\nDieser gesamte Prozess begann ca. Juni 2016 und ist aktuell noch im Gange, da einige \u201cHintergrundanpassungen\u201d auf den Zeitraum nach der Pilotphase (von ca. Oktober 2017 bis Februar\/M\u00e4rz 2018) verschoben wurden und zudem durch die Pilotphase neue Anforderungen aufkamen.<br \/>\nIm Rahmen der Anpassung der DSpace-CRIS Community-Version an die Fraunhofer-Vorgaben und der Systemtests wurde Stand jetzt an die 200 Tickets in das Ticketsystem des externen Dienstleisters erfasst und abgearbeitet.<br \/>\nDer Go-Live ist aktuell f\u00fcr November 2018 geplant, damit um den Jahreswechsel herum die Institute ihre Daten des Erhebungsjahrs 2017 eingeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nachfolgend sind die grundlegenden speziellen Fraunhofer-Vorgaben\/-Anforderungen an das System zusammengefasst:<\/p>\n<ul>\n<li>Neben den standardm\u00e4\u00dfig bereits \u201emitgelieferten\u201c DSpace-CRIS-Entit\u00e4ten \u201eProjects\u201c, \u201eResearcher Pages\u201c und \u201eOrganisational Units\u201c mussten noch weitere DSpace-CRIS-Entit\u00e4ten implementiert werden, wie z. B.:\n<ul>\n<li>Preise<\/li>\n<li>Sprecherrollen<\/li>\n<li>Lehrt\u00e4tigkeiten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Promotionen und Abschlussarbeiten werden als \u201espezielle\u201c Publikationen als standardm\u00e4\u00dfiges DSpace Item (also nicht als besondere CRIS-Entit\u00e4t) gehandhabt.<\/li>\n<li><span style=\"font-size: 1rem\">Entsprechende Vorgaben f\u00fcr die Erfassungsmasken (Pflichtfelder, Format der Feldwerte, Auswahllisten\/Dropdowns, Vorschlagslisten basierend auf Normdatens\u00e4tzen (Fraunhofer-Mitarbeiter*innen, Hochschulen), weitere Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfungen hinsichtlich eingegebener Feldinhalte)<\/span><\/li>\n<li>M\u00f6glichkeit, kumulierte Werte und Indikatorenwerte zu berechnen bzw. zu erfassen und zu speichern (sogenannte \u201eMetrics\u201c). z. B.:\n<ul>\n<li>Anzahl Promotionen, durch das System auch auf die Anzahl der Mitarbeiter*innen normiert\/umgerechnet<\/li>\n<li>Gesamtsummen zu einigen Indikatoren, durch das System auch auf die Anzahl der jeweiligen Mitarbeiter*innen des Instituts normiert\/umgerechnet<\/li>\n<li>Lehrt\u00e4tigkeiten (Anzahl Semesterwochenstunden) u. v. m.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Berechtigungskonzept mit verschiedenen Rollen (Data Collector, Data Controller an den Instituten, Data Validator zentral durch das Team Research Services &amp; Open Science am Fraunhofer IRB)<\/li>\n<li>Darauf basierend hierarchische Arbeitsstrukturen bzw. ein Workflow mit Erfassung, Kontrolle (inkl. Ablehnung \/ \u201eR\u00fccksendung\u201c von Datens\u00e4tzen) und zentraler Validierung\/Pr\u00fcfung der Institutsdaten und Wertung f\u00fcr die Indikatorik oder ggf. auch nicht.<\/li>\n<li>Abbildung des Fraunhofer Institutsbaums mit ca. 65 Fraunhofer-Instituten, teilweise mit Datenerfassung auch f\u00fcr Institutsteile (nicht alle Institute sind relevant)<\/li>\n<li>Abgeschottete und nur per Login zug\u00e4ngliche \u201eInstitutsbereiche\u201c<\/li>\n<li>Simplifizierung der Standard- Web-Oberfl\u00e4che und einfache Anpassungen an das Fraunhofer-Design<\/li>\n<li>Verbesserungen des sogenannten \u201eMyDSpace\u201c-Bereichs (Arbeitsplatz nach dem Einloggen, der \u00fcber die im Workflow befindlichen Datens\u00e4tze und deren Stati informiert und Aktionen erm\u00f6glicht)<\/li>\n<li>Kontrolle und \u201cWeiterleitung\u201d von Datens\u00e4tzen als Batch-Funktion (mehrere Datens\u00e4tze auf einmal aus einer \u00dcbersichtstabelle heraus, anstatt jeder Datensatz einzeln)<\/li>\n<li>Nutzung bereits eingegebener Datens\u00e4tze als \u201cVorlage\u201d f\u00fcr neue Erfassungen<\/li>\n<li>Vorgaben f\u00fcr die sogenannten Institutshomepages (OrgUnit Pages \u2013 \u00dcbersichtseite f\u00fcr jedes Institut, auf der die validierten und archivierten Datens\u00e4tze angezeigt werden)<\/li>\n<li>Upload-M\u00f6glichkeit f\u00fcr die endg\u00fcltigen Ergebnisberichte (nur f\u00fcr System-Admin)<\/li>\n<li>Notwendige Umsetzung aufgrund von Forderungen des Gesamtbetriebsrats und der DSGVO<\/li>\n<li>Bestimmte Konfiguration des automatischen E-Mailversands aus dem System heraus<\/li>\n<li>\u00dcbersetzung \u201edes Systems\u201c ins Deutsche<\/li>\n<\/ul>\n<p>Letztendlich wurde doch eine erhebliche Modifizierung der Standard-\/Community-Version von DSpace-CRIS erforderlich.<\/p>\n<h1>Bewertung der Eignung von DSpace-CRIS<\/h1>\n<p>Wir bewerten die Eignung von DSpace-CRIS bewusst lediglich auf den speziellen Fraunhofer-Anforderungskatalog. Es mag durchaus Nutzungsaspekte und Einsatzszenarien geben, die hier in der Bewertung nicht ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen. Dies bitten wir zu ber\u00fccksichtigen und gegebenenfalls auch andere DSpace-CRIS Bewertungen (z.B. beim Einsatz als \u00f6ffentliches Repository System oder im Einsatz mit anderen Depositprozessen) in Betracht zu ziehen.<br \/>\nInsgesamt k\u00f6nnen wir sagen: Die Software DSpace-CRIS mit ihren standardm\u00e4\u00dfig vorhandenen Features und der enormen Flexibilit\u00e4t der Middleware erwies sich als \u00e4u\u00dferst positiv und hilfreich im Hinblick auf die spezielle Zielsetzung bzw. den zu erf\u00fcllenden Zweck. Folgendes l\u00e4sst sich konkretisieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Hohe Flexibilit\u00e4t des Systems im Hinblick auf die zu erfassenden Daten (Hinzuf\u00fcgen neuer Entit\u00e4ten und neuer Felder m\u00f6glich)<\/li>\n<li>Viele Anpassungs- und Erg\u00e4nzungsm\u00f6glichkeiten (Systemkonfiguration) ohne Programmieraufwand (teilweise \u00fcber Web-Oberfl\u00e4che, teilweise \u00fcber Konfigurationsdateien auf dem Server)\n<ul>\n<li>Neue Entit\u00e4ten (Collections)<\/li>\n<li>Neue Felder<\/li>\n<li>\u201eInhaltliche\u201c Gestaltbarkeit der Erfassungsmasken und deren Logik (welche Felder, welcher Feldtyp, Hinweistexte, Kontroll- und Plausibilit\u00e4tsregeln, Inhalt von Auswahllisten\/Dropdowns)<\/li>\n<li>M\u00f6glichkeit von Anpassungen an der im System hinterlegten Institutsstruktur (Communities- und Collectionsbaum) bei z. B. Institutsneugr\u00fcndungen, -aufspaltungen, -fusionen usw.<\/li>\n<li>Anpassungen Datenanzeige (inkl. Filter- und Sortierm\u00f6glichkeiten)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Workflow- und Berechtigungskonzept, das hierarchische und arbeitsteilige Abl\u00e4ufe erm\u00f6glicht<\/li>\n<li>Validierung \/ Bewertung von Datens\u00e4tzen zentral m\u00f6glich<\/li>\n<li>Datens\u00e4tze k\u00f6nnen als relevant f\u00fcr die Berechnung Indikatorenwerte oder nicht relevant markiert werden<\/li>\n<li>\u201eAbgeschottete Datenbereiche\u201c f\u00fcr jede Organisationseinheit einrichtbar<\/li>\n<li>Besonderes, systeminternes Handling (eigene und spezielle DB-Tabelle) von frei definierbaren Kennwerten und (bis zu einem gewissen Grad) M\u00f6glichkeit, damit Berechnungen durchzuf\u00fchren und die Ergebnisse wieder als aggregierte Kennwerte zu speichern (sogenannte DSpace-CRIS \u201eMetrics\u201c)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da es teilweise sehr spezielle Fraunhofer-Anforderungen gab bzw. das bisherige Prozedere der Erhebung von Wissenschaftskennzahlen (basierend auf Daten in Excel-Tabellen) \u00fcber viele Zwischenschritte lief und dabei einige Datenzusammenfassungen, Bereinigungen, Berechnungen und auch grafisch aufbereitete Kontrollausgaben umfasste, war schnell klar, dass das bisherige Gesamtprozedere nicht 1:1 und komplett in einer Datenbankanwendung umgesetzt werden kann.<br \/>\nEs gibt daher auch Bereiche und Aspekte, die nicht oder nicht in dem idealerweise erhofften Umfang mittels DSpace-CRIS verwirklichbar sind bzw. wo man Kompromisse eingehen muss, was aber wohl auch bei jedem anderen (freien oder kommerziellen) Produkt der Fall gewesen w\u00e4re:<\/p>\n<ul>\n<li>DSpace-CRIS ist eher ausgelegt auf \u201eEinzelorganisation\u201c bzw. Organisationen mit unselbstst\u00e4ndigen Bereichen\/Abteilungen usw. Eine DSpace-CRIS-Instanz im Hinblick auf die Fraunhofer-Struktur mit Zentrale und ca. 65 weitgehend selbstst\u00e4ndigen Instituten und Institutsteilen (nicht alle Institute sind relevant) erfordert ein spezielles Handling, f\u00fchrt zu neuen Bedarfen (wie etwa dem Management der \u00c4nderungslogik, etwa bei Organisations\u00e4nderungen).<\/li>\n<li>Standardm\u00e4\u00dfig eher ungeeignet, wenn massenweise Datens\u00e4tze manuell erfasst werden m\u00fcssen. Dies ist aber bei der Heterogenit\u00e4t der zu erfassenden Daten bei Fraunhofer (besonders der akademischen Daten bei Kooperationsvertr\u00e4gen mit derzeit 64 Unis und 48 Fachhochschulen tats\u00e4chlich ein gro\u00dfer Faktor).<\/li>\n<li>Export- und Import:\n<ul>\n<li>DSpace Items und DSpace-CRIS Entities k\u00f6nnen \u00fcber mehrere Wege (teilweise \u00fcber Web-UI, teilw. \u00fcber Server\/Kommandozeile) im- und exportiert werden: <a href=\"https:\/\/wiki.duraspace.org\/display\/DSPACECRIS\/XLS+Import+and+Export+tool\">XLS Import and Export Tool<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.duraspace.org\/display\/DSDOC6x\/Importing+and+Exporting+Content+via+Packages\">Package Importer and Exporter<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.duraspace.org\/display\/DSDOC5x\/Importing+and+Exporting+Items+via+Simple+Archive+Format\">Simple Archive Format<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.duraspace.org\/display\/DSPACECRIS\/DBMS+Import+framework\">DBMS Import Framework<\/a><\/li>\n<li>Standardm\u00e4\u00dfig werden diese Export und Importm\u00f6glichkeiten nur f\u00fcr \u201cHauptadministratoren\u201d angeboten, die dann aber auch an andere Konfigurationsoptionen \u201erankommen\u201c, was nicht immer unbedingt gew\u00fcnscht ist. Es w\u00fcrde also einen gewissen Zusatzaufwand erfordern, \u201cInstitutsadministratoren\u201d einzurichten, die dann auch und nur die Import-\/Exportfunktionalit\u00e4ten nutzen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Zudem gibt es unterschiedliche Importverfahren mit unterschiedlichen Struktur-\/Syntaxvorgaben f\u00fcr die Importdateien, je nachdem, ob es sich um DSpace Items (z. B. Promotionen und Abschlussarbeiten) oder um DSpace-CRIS-Entit\u00e4ten handelt (z. B. Preise und Projekte)<\/li>\n<li>Aus technischen Gr\u00fcnden, wegen des enormen Zeitaufwands auf Seiten des Teams<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Reporting- bzw. Analysem\u00f6glichkeiten sind nicht vorhanden. Hier muss ggf. mit angedockten externen ETL- bzw. Reporting- und Analyse-Tools gearbeitet werden bzw. m\u00fcssen selbst DB-Abfragen per SQL oder Abfragen des Apache SOLR Index erstellt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h1>Fazit<\/h1>\n<p>Unser Hauptaugenmerk lag auf der Umsetzung der bereits bestehenden und erprobten Einforderung\/Erfassung von Daten der Fraunhofer Institute per Excel-Formular hin zu einer datenbankgest\u00fctzten Erfassung der Daten durch die Institute selbst.<br \/>\nDabei war insbesondere wichtig, den Instituten so viel wie m\u00f6glich \u201cErfassungskomfort\u201d zu bieten und durch Pflichtfelder, Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfungen, Auswahllisten, Vorschlagslisten, hinterlegten Normdatens\u00e4tzen die Qualit\u00e4t der erfassten Daten m\u00f6glichst hoch zu halten und zu einer Art \u201cVorvalidierung\u201d der Daten bereits bei der Erfassung zu kommen.<br \/>\nDieser Part konnte sehr gut umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Aus den gerade genannten Gr\u00fcnden, sowie auch aus technischen und aus Gr\u00fcnden der Verfahrens- und Datensicherheit wurde das Thema Datenimport (sowohl durch die Institute selbst oder auch nur zentral durch das Team Research Services &amp; Open Science) zwar lange diskutiert, dann aber beschlossen, keinen Datenimport anzubieten, sondern nur auf die manuelle Eingabe zu setzen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil von DSpace CRIS ist der Open Source Character. Dabei war der Zeitgewinn durch die Vermeidung langer Ausschreibungsfristen f\u00fcr kommerzielle Produkte ein Erfolg, aber auch die monet\u00e4ren Aspekte einer lizenzfreien Software sind sehr positiv und werden inzwischen klar gesehen. Wir hoffen auf ein schlankes Softwaremanagement, vor allem auch durch die umgangenen Anbieterverpflichtungen und die damit verbundenen Systemabh\u00e4ngigkeiten (Releasezyklen, Fremdbestimmung bei Softwareadaption und Anpassung). Da au\u00dferdem zeitgleich in einem Parallelprojekt ein neues Forschungsdatenmanagementsystem auf Basis von DSpace aufgebaut wird, wird der Einsatz derselben Open Source Softwarefamilie sicherlich viele Synergien bringen.<\/p>\n<p>Softwaretechnisch ist das System sehr flexibel, was die Erweiterungsm\u00f6glichkeiten im Hinblick auf Entit\u00e4ten, Metadatenschemata und \u2013felder, Erfassungsmasken usw. angeht. Aber auch wenn dies alles ohne Programmierung im eigentlichen Sinne machbar ist, ist hierf\u00fcr Einarbeitungszeit und ggf. Schulungen notwendig. Dies bedeutet, um eine DSpace-\/DSpace-CRIS Anwendung zu administrieren und Anpassungen im Rahmen der Konfigurationsm\u00f6glichkeiten vorzunehmen, bedarf es \u201elokaler Spezialisten\u201c und einer gut ausgestatteten IT-Architektur.<\/p>\n<p>Auch wenn nicht der komplette Prozess der Erhebung von Wissenschaftskennzahlen und die Berechnung von Indikatorenwerten \u00fcber die DSpace-CRIS-Anwendung \u00bbFraunhofer-FIS\u00ab abgel\u00f6st werden kann, ist sie im Hinblick auf die besser und mit weniger personellem Aufwand zu gew\u00e4hrleistende Datenqualit\u00e4t, sowie die Abfragem\u00f6glichkeiten auf eine Datenbank bzw. einen Apache SOLR Index trotzdem ein erfolgreicher Schritt nach vorne.<br \/>\nIm Hinblick auf die teilweise gro\u00dfe Anzahl an Datens\u00e4tzen, die an den Instituten kontrolliert und an das Team Research Services &amp; Open Science am Fraunhofer IRB zur Validierung weitergeleitet werden m\u00fcssen, waren aber noch Systemoptimierungen notwendig.<\/p>\n<p><strong>Autoren:<\/strong> Michael Erndt, Ulrike K\u00fcsters; Fraunhofer IRB<\/p>\n<p>Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau<br \/>\nCompetence Center Research Services &amp; Open Science<\/p>\n<p>Ulrike K\u00fcsters (<a href=\"mailto:ulrike.kuesters@irb.fraunhofer.de\">ulrike.kuesters@irb.fraunhofer.de<\/a>)<br \/>\nMichael Erndt (<a href=\"mailto:michael.erndt@irb.fraunhofer.de\">michael.erndt@irb.fraunhofer.de<\/a>)<\/p>\n<p>Nobelstra\u00dfe 12<br \/>\n70569 Stuttgart<\/p>\n<h1>Zitiervorschlag<\/h1>\n<p>Erndt, Michael, and Ulrike K\u00fcsters. \u201eForschungsinformationssystem@Fraunhofer-Gesellschaft.\u201d <em>Blog der DINI AGs FIS &amp; EPUB<\/em>, 2018. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20180618\">https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20180618<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Diese<\/span>r Beitrag <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ausgenommen<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Zitate<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">und<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">anderweitig <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">gekennzeichnete<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Teile<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ist<\/span> lizenziert <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">unter<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">der<\/span> <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz<\/a> (<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">CC<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">BY<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">4.0<\/span>).<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekthintergrund Fraunhofer-weit gibt es seit langem etablierte Prozesse und Kennzahlensysteme, die die missionsbedingte und f\u00f6rderbedingte Systematik des \u00bbFraunhofer Modells\u00ab kontrollieren. 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