{"id":2963,"date":"2022-10-10T10:54:15","date_gmt":"2022-10-10T08:54:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/dini-ag-blog\/?p=2963"},"modified":"2022-10-10T10:54:15","modified_gmt":"2022-10-10T08:54:15","slug":"workshop-bericht-berti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dini.de\/EPub_FIS\/2022\/10\/10\/workshop-bericht-berti\/","title":{"rendered":"Workshop-Bericht: Expertinnen- und Expertenworkshop des Projektes BERTI zur Diskussion des Kompetenzmodells der digital gest\u00fctzten Forschungsberichterstattung"},"content":{"rendered":"<p>In der Abschlussphase des Forschungsprojektes <a href=\"https:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/dini-ag-blog\/2019\/06\/28\/berti-startet-am-dzhw\/\">BERTI<\/a> fand am 16.9.2022 am Deutschen Zentrum f\u00fcr Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Berlin ein Workshop zur Diskussion des im Projekt entwickelten Kompetenzmodells der digital gest\u00fctzten Forschungsberichterstattung statt. Eingeladen waren erfahrene Expertinnen und Experten im Forschungsinformationsmanagement: Sebastian Herwig (Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster), Ulrike K\u00fcsters (Fraunhofer Informationszentrum Raum und Bau), Christine Puschmann (Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung) und Sophie Biesenbender (Gesch\u00e4ftsstelle der Kommission f\u00fcr Forschungsinformationen in Deutschland am DZHW).<\/p>\n<p>Neben einer Vorstellung von ausgew\u00e4hlten Projektergebnissen wurde in das Thema Kompetenzmodellierung eingef\u00fchrt. Kompetenzmodelle befassen sich mit der Erhebung von Arbeitsaufgaben und T\u00e4tigkeitsschwerpunkten einer beruflichen T\u00e4tigkeit oder innerhalb einer Organisation, welche in der Zukunft immer wichtiger werden. Sie stellen keine reinen Beschreibungen dar, sondern sollen graphisch gest\u00fctzte Argumentationshilfen f\u00fcr die Organisations- und Personalentwicklung bieten.<!--more--><\/p>\n<p>Im Projekt BERTI wurde basierend auf den erhobenen quantitativen und qualitativen Daten ein Kompetenzmodell entwickelt, welches sich aus verschiedenen beruflichen Rollen zusammensetzt, die zusammen die professionellen Kernkompetenzen des digital gest\u00fctzten Forschungsinformationsmanagements abbilden. Die Rollenperspektive ist f\u00fcr ein heterogenes Aufgabenfeld, wie die Forschungsberichterstattung auch deshalb ideal, weil es von einer hohen Arbeitsteiligkeit und \u00dcberschneidung von Arbeitsbereichen gekennzeichnet ist. Die Rollen sind nicht mit einzelnen Personen gleichzusetzen, sondern vielmehr als Kondensat eines T\u00e4tigkeits- und Kompetenzprofils zu verstehen, welches mit bestimmten Zust\u00e4ndigkeiten und Erwartungen beispielsweise der Einrichtungsleitung aber auch externen Datennachfrager*innen verkn\u00fcpft ist.<\/p>\n<p>Das in BERTI entwickelte Kompetenzmodell besteht aus einer Grafik und einem Begleitdokument mit Erl\u00e4uterungen zum Modell, dessen Entwicklung und der Beschreibung der einzelnen Rollen in Rollensteckbriefen. Das Kompetenzmodell wird in Form eines Auges dargestellt, welches im sprichw\u00f6rtlichen Sinne einen genauen Blick auf die Forschungsaktivit\u00e4ten einer Forschungseinrichtung erlaubt. Im Zusammenspiel der Rollen wird die volle \u201eSehst\u00e4rke\u201c erreicht. So wie jede Iris eines Auges einzigartig ist, gibt es nicht \u201edie eine\u201c Kombination von Rollen: Jede Forschungseinrichtung besitzt ein einrichtungsspezifisches Rollenprofil des\u00a0Forschungsinformationsmanagements, das von unterschiedlichen Faktoren, wie Gr\u00f6\u00dfe, Ausstattung, Berichtspflichten usw. abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Das vorgestellte Modell wurde intensiv diskutiert entlang von Fragen der inhaltlichen Vollst\u00e4ndigkeit, Verst\u00e4ndlichkeit sowie Darstellung und f\u00fcr welche Anwendungskontexte es sich verwenden l\u00e4sst.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2964\" aria-describedby=\"caption-attachment-2964\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2964 size-large\" src=\"http:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/dini-ag-blog\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2022\/10\/2022_09_20-Graphic-Recording-Fokusgruppendiskussion_final-1024x724.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"724\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2964\" class=\"wp-caption-text\">Graphic Recording by anjariese.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die teilnehmenden Expertinnen und Experten waren sich einig, dass sich das Aufgabenfeld der digital gest\u00fctzten Forschungsberichterstattung mit dem Modell gut abbilden l\u00e4sst und keine wesentliche Facette fehlt, das Auge weist also insgesamt eine \u201egute Sehkraft\u201c auf. Um diese in der Zukunft zu erhalten, bedarf es jedoch neuer Schwerpunktsetzungen in der Kompetenzentwicklung um dem Wandel durch Digitalisierung standzuhalten. Dazu z\u00e4hlen ausgepr\u00e4gte Managementf\u00e4higkeiten der Besch\u00e4ftigten, welche zur Umsetzung von Prozessen des Change Managements und der Organisationsentwicklung, aber auch der Governance von rechtlichen und inhaltlichen Aspekten der Forschungsberichterstattung, wie Informationsweitergabe und Definition von Datentypen, ben\u00f6tigt werden. Die Vermittlung zwischen Informationsbed\u00fcrfnissen der Datennachfragenden innerhalb und au\u00dferhalb von Forschungseinrichtungen, die Deckung dieser Bedarfe durch passgenaue Auswahl von vorhandenen Daten und Indikatoren sowie die Weiterentwicklung des Datenbestands anhand von beobachteten Trends sind T\u00e4tigkeiten, die st\u00e4rker als Beratungsleistung wahrgenommen werden m\u00fcssen. In diesem Zuge wird Datenexpertise zusammen mit der daf\u00fcr ben\u00f6tigten digitalen Infrastruktur weiter an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<p>Auf der Darstellungsebene wurde unter anderem diskutiert, wie eine Visualisierung des \u201eBaukastenprinzips\u201c weiter umgesetzt werden kann, mit um durch verschiedene Kombinationen der Rollen ein bestimmtes Profil des Forschungsinformationsmanagement abzubilden. Anregungen zur weiteren \u00dcberarbeitung des Modells sind willkommen, zum Beispiel direkt hier \u00fcber die Kommentarfunktion.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Expertinnen und Experten bietet das Modell schon jetzt einen sehr guten Ansatzpunkt um f\u00fcr die Zusammenstellung eines Teams die noch fehlenden Kompetenzen zu ermitteln und innerhalb der Einrichtung zu argumentieren, weshalb die Schaffung von Stellen im Forschungsinformationsmanagement eine rentable Investition darstellt. Das Modell lie\u00dfe sich auch zum Einsch\u00e4tzen der \u201eFitness\u201c des bestehenden Personals f\u00fcr die Aufgaben der Forschungsberichterstattung einsetzen. F\u00fcr die Personalentwicklung m\u00fcssten Kompetenzen nochmals detaillierter aufgeschl\u00fcsselt werden und in einer anderen Form, zum Beispiel einer Art Mind-Map mit verschiedenen Ebenen, dargestellt werden. Weiterhin k\u00f6nnten Kompetenzniveaus von Grundlagen- bis hin zu Spezialwissen ausgewiesen werden.<\/p>\n<p>Das Kompetenzmodell soll zum Projektende hin an die Community im Bereich der Forschungsberichterstattung \u00fcbergeben werden. Aus Sicht der Expertinnen und Experten kommen hierf\u00fcr verschiedene Initiativen, Organisationen und Verb\u00e4nde des Forschungsinformationsmanagements, der Bibliotheks- und Informationswissenschaften und des Wissenschaftsmanagements in Frage. Diese k\u00f6nnten das Modell auch in Zukunft weiterentwickeln.<\/p>\n<h1>Zitiervorschlag<\/h1>\n<p>Peterson, Sabrina. &#8222;Workshop-Bericht: Expertinnen- und Expertenworkshop des Projektes BERTI zur Diskussion des Kompetenzmodells der digital gest\u00fctzten Forschungsberichterstattung&#8220;\u00a0<i>Blog der DINI AGs FIS &amp; EPUB<\/i>, 2022. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57689\/dini-blog.20221010\">https:\/\/doi.org\/10.57689\/dini-blog.20221010<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><em><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Diese<\/span>r Beitrag <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ausgenommen<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Zitate<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">und<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">anderweitig <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">gekennzeichnete<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Teile<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ist<\/span> lizenziert <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">unter<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">der<\/span> <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz<\/a> (<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">CC<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">BY<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">4.0<\/span>).<br \/>\n<\/em><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Abschlussphase des Forschungsprojektes BERTI fand am 16.9.2022 am Deutschen Zentrum f\u00fcr Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Berlin ein Workshop zur Diskussion des im Projekt entwickelten Kompetenzmodells der digital gest\u00fctzten Forschungsberichterstattung statt. 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