{"id":374,"date":"2019-03-11T15:22:10","date_gmt":"2019-03-11T14:22:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/fis\/?p=374"},"modified":"2023-10-19T14:26:34","modified_gmt":"2023-10-19T12:26:34","slug":"vivo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dini.de\/EPub_FIS\/2019\/03\/11\/vivo\/","title":{"rendered":"VIVO &#8211; mit Open Source und Linked Data zu verschiedenen Zielen"},"content":{"rendered":"<p>Die community-gest\u00fctzte Open-Source-Software VIVO gibt es seit etwa 15 Jahren. Urspr\u00fcnglich wurde sie an der Cornell University entwickelt. \u00dcber die Zeit hat sich ein gro\u00dfes Netzwerk von VIVO-einsetzenden Institutionen entwickelt. Weltweit sind zur Zeit <a href=\"https:\/\/duraspace.org\/registry\/?filter_10=VIVO\">165 Anwender registriert<\/a>\u00a0&#8211; wobei dort l\u00e4ngst nicht alle aktiven VIVO-Implementierungen erfasst sind. Das Open Science Lab der Technischen Informationsbibliothek ist seit 2013 aktiv in der VIVO-Community mit dem Ziel, &#8222;<a href=\"https:\/\/blogs.tib.eu\/wp\/tib\/2013\/07\/15\/tib-open-science-lab-vivo\/\">dezentrale, offene, web-basierte Infrastruktur f\u00fcr Forschungsinformationen als Inspiration f\u00fcr bessere fachliche Kommunikation und Kollaboration<\/a>&#8220; zu erforschen. VIVO wurde seitdem in verschiedenen Projekten eingesetzt. Seit 2017 hat die TIB eine \u00f6ffentlich <a href=\"https:\/\/vivo.tib.eu\/fis\">zug\u00e4ngliche VIVO-Installation<\/a>, die seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ebenfalls seit 2017 ist die die TIB Mitglied bei der VIVO-Dachorganisation <a href=\"https:\/\/duraspace.org\/\">Duraspace<\/a> und engagiert sich in vielf\u00e4ltiger Weise in der Weiterentwicklung der Software, der Ontologie und der Community. [1]<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Was genau ist VIVO?<\/h2>\n<p>Es gibt verschiedene Arten von Forschungsinformationssystemen, die oftmals auf verschiedene Anwendungsszenarien abzielen. VIVO ist urspr\u00fcnglich vorwiegend als Forschungsprofildienst konzipiert. Das bedeutet, dass man in VIVO Daten aggregiert und in Profilen f\u00fcr verschiedene Entit\u00e4tstypen darstellt: Personen, Organisationen, Forschungsoutput (Publikationen etc.) oder f\u00fcr Ereignisse wie Vortr\u00e4ge und Konferenzen. VIVO ist ein Linked-Data-System, die Daten werden anhand von Ontologien [3] beschrieben. Dazu werden einerseits Vokabulare von Dritten verwendet wie z.B. die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/FOAF\">FOAF-Ontologie<\/a>. Zum anderen hat VIVO auch eine eigene Ontologie, sie ist sogar ein wesentlicher Bestandteil. Sie f\u00fchrt bestehende Linked-Data-Vokabulare zusammen und f\u00fcllt die L\u00fccken, um das akademische Leben und dessen Output ad\u00e4quat beschreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Nutzung von Linked Data f\u00fchrt dazu, dass einerseits Daten system\u00fcbergreifend verkn\u00fcpft werden k\u00f6nnen. Diese spezielle F\u00e4higkeit von VIVO wird zur Zeit leider zu selten genutzt &#8211; denkbar sind Szenarien wie die Aggregierung von Forschungsinformationen auf regionaler oder fachlicher Ebene. Andererseits bietet sich dadurch auch in einer VIVO-Implementierung selbst eine Vielzahl von M\u00f6glichkeiten. Ontologien von Dritten k\u00f6nnen in der Regel leicht nachgenutzt werden. Und die Abfragesprache <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/SPARQL\">SPARQL<\/a>\u00a0ist ein m\u00e4chtiges Instrument auch f\u00fcr komplexe Informationsbed\u00fcrfnisse.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bietet VIVO verschiedene Instrumente zur Entdeckung von Forschungsinformationen. Neben einer Suche und einem Browsing-Einstieg sind in VIVO verschiedene Visualisierungen eingebaut.<\/p>\n<h2>Wer nutzt VIVO?<\/h2>\n<p>Eine Vielzahl von akademischen Einrichtungen jeglicher Art, wie oben schon erw\u00e4hnt, nutzt VIVO. Anwender sind jedoch auch Wissenschaftler oder die \u00d6ffentlichkeit. Wissenschaftlern kann man in VIVO die M\u00f6glichkeit bieten, das eigene Profil zu editieren. Je nachdem, wie viele Freiheiten die VIVO-betreibende Institution ihren Angeh\u00f6rigen zubilligt, k\u00f6nnen Texte angepasst, Links eingegeben, Vortr\u00e4ge, Publikationen und andere Dinge importiert oder eingegeben werden.<\/p>\n<p>VIVO ist prim\u00e4r ein Forschungsprofilsystem, doch kann es auch in anderen Kontexten verwendet werden. Manche Einrichtungen ben\u00f6tigen ein System, in dem Informationen aus anderen, lokal schon vorhandenen Systemen aggregiert und somit auswertbar gemacht werden &#8211; dies k\u00f6nnte VIVO sein. Zur Zeit wird an verschiedenen Stellen daran gearbeitet, VIVO zu einer Research-Analytics-Plattform zu machen, zum Beispiel im d\u00e4nischen <a href=\"https:\/\/deffopera.dk\/\">DEFF Opera-Projekt<\/a> (OPEn Research Analytics). Auch an der TIB wird an verschiedenen Erweiterungen gearbeitet, die auf die Vielseitigkeit von VIVO in verschiedenen Szenarien, insbesondere auf einfache Workflow-F\u00e4higkeit und Berichts- und Analysefunktionalit\u00e4ten abzielen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Aktivit\u00e4ten ist die Arbeit an einer Ontologie-Erweiterung, den Kerndatensatz Forschung (KDSF) in VIVO abbilden zu k\u00f6nnen (<a href=\"https:\/\/github.com\/VIVO-DE\/vivo-de-ontology-extension\">https:\/\/github.com\/VIVO-DE\/vivo-de-ontology-extension<\/a>, vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.procs.2019.01.074\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.procs.2019.01.074<\/a>).<\/p>\n<h2>Wer entwickelt VIVO?<\/h2>\n<p>VIVO ist ein Open-Source-Projekt unter dem Dach von Duraspace. Dort besteht ein organisationeller Rahmen und eine Infrastruktur f\u00fcr die best\u00e4ndige Fortentwicklung und den nachhaltigen Erhalt der Software. Zus\u00e4tzlich zur internationalen Community gibt es eine wachsende Zahl deutscher Institutionen, die sich f\u00fcr VIVO interessieren und eigene Implementationen entwickeln. Die VIVO zu Grunde liegende Software Vitro kann dar\u00fcber hinaus auch als ein universeller Instanz- und Ontologie-Editor \u00fcber die Dom\u00e4ne der Forschungsinformationen hinaus verwendet werden (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.11588\/ip.2018.1.49357\">https:\/\/doi.org\/10.11588\/ip.2018.1.49357<\/a>).<\/p>\n<h2>Warum setzt die TIB VIVO ein?<\/h2>\n<p>Die TIB setzt aus verschiedenen Gr\u00fcnden auf VIVO. Zuerst ist es eine Open-Source-Software. Dies erm\u00f6glicht eine maximale Flexibilit\u00e4t hinsichtlich der Weiterentwicklung und Anpassung der Software. Im Falle von VIVO kann man auch auf eine gro\u00dfe, aktive und sehr hilfsbereite Anwender-Community bauen, in der Hochschulen, au\u00dferuniversit\u00e4re Forschungseinrichtungen und verschiedene kommerzielle Akteure aktiv sind. Dar\u00fcber hinaus ist der Linked-Data-Ansatz und die M\u00f6glichkeit, das Datenmodell \u00fcber Ontologien zu erweitern und anzupassen, sehr flexibel und \u00fcber die internen Werkzeuge gut an verschiedene Anwendungsszenarien anpassbar.<\/p>\n<h2>Wie kann man VIVO kennenlernen?<\/h2>\n<p>Selbst anschauen kann man sich VIVO auf verschiedene Art und Weise. Da w\u00e4ren die im oben verlinkten Registry aufgef\u00fchrten Implementierungen, wie zum Beispiel das der <a href=\"https:\/\/scholars.duke.edu\/\">Duke University<\/a>\u00a0oder das der <a href=\"https:\/\/vivo.tib.eu\/fis\/\">TIB<\/a>.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem kann man VIVO selbst installieren (<a href=\"https:\/\/wiki.duraspace.org\/display\/VIVODOC110x\">VIVO technical documentation<\/a>), auch via <a href=\"https:\/\/github.com\/vivo-community\/vivo-vagrant\">VIVO Vagrant<\/a>. Dar\u00fcber hinaus kann man sich zum Kennenlernen der Software aus Anwenderperspektive ein Profil bei <a href=\"http:\/\/openvivo.org\">OpenVIVO<\/a>\u00a0einrichten oder im <a href=\"https:\/\/vivo.tib.eu\/demo\">Demo-VIVO<\/a> der TIB st\u00f6bern, in dem Profile fiktiver Personen und Organisationen inklusive Projekt- und Publikationsdaten angelegt sind, und aus dem auch die in diesem Posting verwendeten Abbildungen stammen.<\/p>\n<p>Um sich mit der Community zu vernetzen, bietet sich in diesem Jahr insbesondere die internationale <a href=\"http:\/\/vivoconference.org\/\">VIVO-Conference<\/a> an, die 2019 in Montenegro und somit erstmals in Europa stattfindet. Auch ein deutschsprachiger VIVO-Workshop an der TIB ist, wie im Vorjahr, wieder geplant. Einen \u00dcberblick \u00fcber die Aktivit\u00e4ten hierzulande ist dort am einfachsten zu erhalten &#8211; oder \u00fcber die VIVO-DE-Mailingliste (https:\/\/lists.tib.eu\/mailman\/listinfo\/vivo-de) und den <a href=\"http:\/\/bit.ly\/vivo-slack\">VIVO-Slack<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p>[1] Weitere Informationen zu den Aktivit\u00e4ten der TIB im Bereich Forschungsinformationen sind auf folgender Webseite zu finden: <a href=\"http:\/\/tib.eu\/forschungsinformationen\">http:\/\/tib.eu\/forschungsinformationen<\/a><br \/>\n[2]\u00a0<span style=\"font-weight: 400\">Die DINI AG FIS hatte in ihrem Positionspapier von 2015 drei Auspr\u00e4gungen von Forschungsinformationssystemen unterschieden: einfache Nachweissysteme (wie Hochschulbibliographien), Forschungsprofildienste (Linked Open Data Anwendungen) und integrierte Forschungsinformationssysteme.<br \/>\n[3]\u00a0Ontologien sind sprachlich gefasste und formal geordnete Darstellungen von Begrifflichkeiten und der zwischen ihnen bestehenden Beziehungen.<\/span><\/p>\n<h1>Zitiervorschlag<\/h1>\n<p>Hauschke, Christian. \u201eVIVO \u2013 Mit Open Source Und Linked Data Zu Verschiedenen Zielen.\u201d <em>Blog der DINI AGs FIS &amp; EPUB<\/em>, 2019. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20190311\">https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20190311<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Diese<\/span>r Beitrag <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ausgenommen<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Zitate<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">und<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">anderweitig <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">gekennzeichnete<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Teile<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ist<\/span> lizenziert <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">unter<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">der<\/span> <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz<\/a> (<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">CC<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">BY<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">4.0<\/span>).<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die community-gest\u00fctzte Open-Source-Software VIVO gibt es seit etwa 15 Jahren. Urspr\u00fcnglich wurde sie an der Cornell University entwickelt. \u00dcber die Zeit hat sich ein gro\u00dfes Netzwerk von VIVO-einsetzenden Institutionen entwickelt. Weltweit sind zur Zeit 165 Anwender registriert\u00a0&#8211; wobei dort l\u00e4ngst nicht alle aktiven VIVO-Implementierungen erfasst sind. 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