{"id":4197,"date":"2026-10-05T08:51:11","date_gmt":"2026-10-05T06:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.dini.de\/EPub_FIS\/?p=4197"},"modified":"2026-10-05T09:00:26","modified_gmt":"2026-10-05T07:00:26","slug":"neue-version-der-qualitaetsstandards-fuer-open-access-buecher-was-sich-mit-version-3-aendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dini.de\/EPub_FIS\/2026\/10\/05\/neue-version-der-qualitaetsstandards-fuer-open-access-buecher-was-sich-mit-version-3-aendert\/","title":{"rendered":"Neue Version der Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-B\u00fccher: Was sich mit Version 3 \u00e4ndert"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die AG Universit\u00e4tsverlage hat eine aktualisierte Fassung ihrer \u201eQualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-B\u00fccher&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Version 3 ist seit kurzem auf Zenodo verf\u00fcgbar und l\u00f6st die bisherige Version 2 aus dem Jahr 2022 ab.<br>Die AG Universit\u00e4tsverlage ist ein Zusammenschluss von Verlagen und Publikationsdiensten aus dem deutschsprachigen Raum, die angebunden an ihre jeweilige Forschungseinrichtung verlegerische Dienstleistungen anbieten. Die Qualit\u00e4tsstandards formulieren Kriterien f\u00fcr ein verl\u00e4ssliches und nachhaltiges Open-Access-Publizieren von B\u00fcchern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein kurzer R\u00fcckblick<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Qualit\u00e4tsstandards der AG Universit\u00e4tsverlage gibt es seit 2018. Die erste Fassung trug noch den Titel \u201eQualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-Monografien und -Sammelb\u00e4nde&#8220; und deckte bereits zentrale Bereiche wie Zug\u00e4nglichkeit, Rechte, Qualit\u00e4tssicherung, Formate und Metadaten ab.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Version 2 wurde das Dokument 2022 grundlegend neu strukturiert: Aus den Themenbereichen wurden nummerierte Paragraphen, und erstmals wurde zwischen \u201enotwendigen&#8220; und \u201eempfohlenen&#8220; Kriterien unterschieden. Gleichzeitig wurde der Titel auf \u201eQualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-B\u00fccher&#8220; verk\u00fcrzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Version 3 kn\u00fcpft an diese Struktur an und entwickelt sie an mehreren Stellen weiter. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem neue Anforderungen an den Umgang mit generativer KI, Barrierefreiheit, Rechte und Forschungsdaten sowie eine st\u00e4rkere technische und organisatorische Absicherung der Publikationsprozesse.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist neu in Version 3?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Generative KI wird erstmals ausdr\u00fccklich zum Thema.<\/strong> Die auff\u00e4lligste Neuerung ist ein neuer Paragraph zum Umgang mit generativen KI-Tools. Verlage und Publikationsdienste sollen eigene Kriterien f\u00fcr deren Einsatz entwickeln. Die Nutzung von KI bei der Erstellung von Inhalten eines Publikationsvorhabens soll transparent gemacht werden; auch urheberrechtliche Fragen werden angesprochen. Empfohlen werden au\u00dferdem Beratungsangebote f\u00fcr Forschende, eine nachvollziehbare Dokumentation der KI-Nutzung und Hinweise zur Zitation von KI-Tools.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Barrierefreiheit wird gest\u00e4rkt.<\/strong> Die Anforderungen an die Barrierefreiheit werden deutlich konkreter. Version 3 verlangt als notwendiges Kriterium, dass die gesetzlichen Anforderungen an die Barrierefreiheit von Publikationen und Webseiten eingehalten werden. Konkrete technische Standards wie WCAG 2.1 Level AA, PDF\/UA und EN 301 549 werden&nbsp; empfohlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rechte der Autor:innen werden noch expliziter formuliert.<\/strong> Das Prinzip des Rechteerhalts war bereits in Version 2 angelegt: Autor:innen und Herausgeber:innen konnten ihre Rechte auch anderweitig einr\u00e4umen oder das Werk erneut ver\u00f6ffentlichen. Version 3 formuliert nun ausdr\u00fccklich, dass sie \u201aalle Rechte an ihrem Werk\u2018 behalten. Neu empfohlen wird au\u00dferdem eine Rights-Retention-Policy f\u00fcr den Publikationsdienst und die Festlegung, dass die Titelrechte von Schriftenreihen bei den Herausgeber*innen liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Forschungsdaten werden st\u00e4rker in den Publikationsprozess einbezogen.<\/strong> Neu ist vor allem die Erwartung, dass Verlage und Publikationsdienste aktiv pr\u00fcfen, ob im Zusammenhang mit einer Publikation Forschungsdaten oder andere digitale Objekte entstanden sind. Verlage und Publikationsdienste sollen dazu Empfehlungen zur Speicherung, Ver\u00f6ffentlichung und Referenzierung geben. Die eigentliche Ver\u00f6ffentlichung und die Orientierung an den FAIR-Prinzipien bleiben Empfehlungen. Version 3 macht damit aber deutlicher, dass ein Buch nicht isoliert betrachtet werden soll, sondern Teil eines gr\u00f6\u00dferen Forschungsdaten- und Publikationszusammenhangs sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Qualit\u00e4tssicherung soll transparenter und besser dokumentierbar werden.<\/strong> Die Anforderungen an die fachliche Qualit\u00e4tssicherung werden weiter ausdifferenziert. Neu empfohlen werden unter anderem die Dokumentation von Begutachtungsverfahren in den Metadaten und die dauerhafte Archivierung von Begutachtungsdokumenten. Damit geht es nicht nur darum, dass eine Qualit\u00e4tssicherung stattfindet, sondern zunehmend auch darum, die Verfahren nachvollziehbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Metadaten und technische Infrastruktur werden weiterentwickelt.<\/strong> Auch bei Metadaten und persistenten Identifikatoren gibt es wichtige Weiterentwicklungen. Bei den Metadaten wird eine Anforderung verbindlicher: Nachdem die Bereitstellung von Metadaten und Abstracts unter CC0 in Version 2 nur empfohlen wurde, ist sie in Version 3 wieder als notwendiges Kriterium formuliert \u2013 sofern die Publikationsform dem nicht entgegensteht. Erg\u00e4nzend werden kontrollierte Vokabulare wie GND und DDC sowie Formate wie xMetaDissPlus empfohlen. Beim Einsatz persistenter Identifikatoren bleibt der DOI der bevorzugte Identifier. Neu ist jedoch die ausdr\u00fcckliche Anforderung, regelm\u00e4\u00dfig zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Identifikatoren noch korrekt aufgel\u00f6st werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was bleibt?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dieser Neuerungen ist Version 3 keine komplette Neufassung der Qualit\u00e4tsstandards. Viele Grundprinzipien bleiben bestehen: der unmittelbare freie Zugang, klare Rechte- und Lizenzinformationen, fachliche Qualit\u00e4tssicherung, nachhaltige digitale Formate, aussagekr\u00e4ftige Metadaten, persistente Identifikatoren und transparente Informationen zu den Kosten des Open-Access-Publizierens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Version 3 setzt damit auf eine Weiterentwicklung der bestehenden Standards. Neu hinzugekommene Themen wie generative KI werden aufgenommen, bestehende Anforderungen wie Barrierefreiheit, Rechte, Metadaten und Qualit\u00e4tssicherung werden teilweise pr\u00e4zisiert oder verbindlicher gefasst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was bedeutet das f\u00fcr die Praxis?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Verlage und Publikationsdienste lohnt sich angesichts der aktualisierten Standards vor allem ein Blick auf die eigenen Prozesse:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sind Kriterien f\u00fcr den Umgang mit generativer KI vorhanden?<\/li>\n\n\n\n<li>Entsprechen Publikationen und Webseiten den gesetzlichen Anforderungen an Barrierefreiheit?<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es einen Prozess, um Forschungsdaten und andere digitale Objekte zu erfassen?<\/li>\n\n\n\n<li>Sind Rechte und Lizenzen transparent geregelt?<\/li>\n\n\n\n<li>Werden Metadaten unter CC0 bereitgestellt und PIDs regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft?<\/li>\n\n\n\n<li>Sind die Verfahren der fachlichen Qualit\u00e4tssicherung bereits nachvollziehbar dokumentiert?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei verstehen sich die Qualit\u00e4tsstandards nicht nur als Checkliste f\u00fcr die Mitglieder der AG Universit\u00e4tsverlage. Die neue Version soll Orientierung f\u00fcr den gesamten Publikationsprozess von Open-Access-B\u00fcchern bieten und richtet sich ausdr\u00fccklich an alle Akteur*innen einer offenen Buchpublikationslandschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere praktische Bedeutung haben die Standards f\u00fcr die F\u00f6rderung von Open-Access-B\u00fcchern: Wie bereits die vorherige Fassung k\u00f6nnen sie als Grundlage oder Orientierung f\u00fcr gemeinsame F\u00f6rderkriterien von OA-Publikationsfonds dienen. F\u00fcr \u00f6ffentlich finanzierte Publikationen bieten sich die \u201enotwendigen\u201c Kriterien als Mindestanforderung an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die AG l\u00e4dt die Community au\u00dferdem ausdr\u00fccklich dazu ein, Erfahrungen mit den neuen Anforderungen zu teilen und R\u00fcckmeldungen zur Fassung \u00fcber die Kommentar-Funktion im Blog zu geben. Gerade daran wird sich zeigen, wie praxistauglich die neuen Vorgaben sind und wo weiterer Abstimmungsbedarf besteht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wo finde ich die Qualit\u00e4tsstandards<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Aktuelle Version:<\/strong> \n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>AG Universit\u00e4tsverlage. (2026). <em>Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-B\u00fccher<\/em> (Version 3). Zenodo. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.22938571\">https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.22938571<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vorg\u00e4ngerversionen<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>AG Universit\u00e4tsverlage. (2022). <em>Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-B\u00fccher<\/em> (Version 2). Zenodo. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.7075761\">https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.7075761<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>AG Universit\u00e4tsverlage. (2018). Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-Monografien und -Sammelb\u00e4nde (Version 1). Zenodo. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.3562239\">https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.3562239<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zitiervorschlag<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deppe, Arvid; B\u00f6hlke, Hannah; Winkler, Marco; Gerlach, Nina; Wiese. Robert und Tabea Klaus: \u201cNeue Version der Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-B\u00fccher: Was sich mit Version 3 \u00e4ndert\u201d.\u00a0<em>Deutsche Initiative f\u00fcr Netzwerkinformation<\/em>, 2026. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20261005\">https:\/\/doi.org\/10.57689\/DINI-BLOG.20261005<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">A<strong>utor:innen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Arvid <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0001-7190-9535\"><\/a>Deppe, Universit\u00e4t Kassel (<a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0001-7190-9535\">https:\/\/orcid.org\/0000-0001-7190-9535<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li>Hannah <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0003-1711-7080\"><\/a>B\u00f6hlke, SUB G\u00f6ttingen (<a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0003-1711-7080\">https:\/\/orcid.org\/0000-0003-1711-7080<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li>Marco Winkler, Universit\u00e4t Potsdam (<a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0003-0523-5004\">https:\/\/orcid.org\/0000-0003-0523-5004<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li>Nina Gerlach, Universit\u00e4t Potsdam (<a href=\"https:\/\/orcid.org\/0009-0008-6404-2273\">https:\/\/orcid.org\/0009-0008-6404-2273<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li>Robert Wiese, TU Berlin (<a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0003-4265-5454\">https:\/\/orcid.org\/0000-0003-4265-5454<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li>Tabea Klaus, SUB G\u00f6ttingen (<a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0002-2791-1053\">https:\/\/orcid.org\/0000-0002-2791-1053<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Beitrag \u2013 ausgenommen Zitate und anderweitig gekennzeichnete Teile \u2013 ist lizenziert unter der <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz<\/a> (CC BY 4.0).<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" style=\"width:88px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die AG Universit\u00e4tsverlage hat eine aktualisierte Fassung ihrer \u201eQualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Open-Access-B\u00fccher&#8220; ver\u00f6ffentlicht. 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